9. März 2026
Im Test: Der Bayonetta Rasierhobel von The Goodfellas Smile – Italienische Handwerkskunst für die Nassrasur
Italien ist bekannt für sein Gespür für Stil und hochwertige Handwerkskunst – und das gilt nicht nur für Autos oder Anzüge, sondern auch für die Welt der Nassrasur. Mit dem Bayonetta hat die Marke The Goodfellas Smile einen Rasierhobel am Markt, der komplett in Italien designt und gefertigt wird. Aber kann der kompakte Hobel aus Messing auch technisch überzeugen? Wir haben uns die Spezifikationen und die ersten Stimmen aus der Community für dich angeschaut.
Erster Eindruck und Verarbeitung
Der Bayonetta fällt sofort durch sein Material auf: Er wird aus massivem CW510L Messing gefertigt und erhält durch eine sandgestrahlte Satinierung seine charakteristische, matte Oberfläche . Diese Verarbeitung verleiht ihm eine edle, fast schon werkzeugähnliche Haptik, die sich angenehm von hochglanzpolierten Hobeln abhebt. In Foren wird die Farbe des unbeschichteten Messings als besonders hell und "goldähnlich" beschrieben, was auf Fotos oft nicht perfekt eingefangen wird .
Ein besonderes Konstruktionsmerkmal ist die starke Krümmung der Oberschale (dem "Cap"). Ähnlich wie bei einem Fatip oder Razorock BBS erzwingt diese Geometrie eine starke Biegung der Klinge . Das Ziel dieser Konstruktion ist es, die Klinge extrem starr zu fixieren und Vibrationen (Blade Chatter) zu minimieren, was zu einer präzisen und komfortablen Rasur beitragen soll.
Hier die wichtigsten technischen Daten im Überblick :
Material: Unbeschichtetes, sandgestrahltes CW510L Messing (CNC-gefräst)
Gap (Spaltmaß): 0,65 mm
Exposure (Klingenfreilage): Positiv, 0,15 mm
Gesamtlänge: 95 mm
Grifflänge: 87 mm
Gewicht: 99 Gramm
Besonderheit: Komplett in Italien hergestellt ("Made in Italy")
Wie rasiert es sich? Ein Blick in die Praxis
Mit einem Spaltmaß von 0,65 mm und einer positiven Klingenfreilage von 0,15 mm positioniert sich der Bayonetta im Bereich der mittleren bis gehobenen Mildheit – er ist also kein ultra-scharfer "Barthammmer", aber auch kein reiner Einsteigerhobel. Die Erfahrungen aus Rasur-Foren bestätigen diese Einschätzung.
Ein erfahrener Nutzer beschreibt den Bayonetta als einen "sehr effizienten Tageshobel" , der in seiner Rotation einen festen Platz hat . Ein anderer Tester zog einen Vergleich zu hochwertigen Hobeln wie der Mühle Rocca oder dem Karve CB mit der D-Grundplatte – was durchaus als Kompliment für ein Produkt in dieser Preisklasse zu werten ist .
Lob gibt es vor allem für die hervorragende Balance und den griffigen Handle. Der Hobel liegt gut in der Hand und vermittelt ein sicheres Gefühl, auch wenn er nass und seifig ist . Das Handling wird als sehr intuitiv beschrieben; der Rasierer ist nicht übermäßig winkel sensitiv und erlaubt sowohl ein steiles als auch ein flaches Anstellen .
Die Effizienz kann sich sehen lassen: Zwei Passagen (mit und gegen den Strich) reichten einem Tester für ein perfektes Ergebnis ("BBS - Baby Bottom Smooth") ohne Hautirritationen . Die Rasur wird als gründlich und dennoch sanft beschrieben – man spürt die Klinge (Blade Feel), aber sie wirkt nie bedrohlich oder aggressiv . Ein Nutzer fasst es so zusammen: "Es fühlt sich an, als würde es die Klinge das tun lassen, was die Klinge tun will" .
Die kleine Schattenseite
So viel positives Echo es gibt, so ehrlich müssen wir auch mit den Eigenheiten des Bayonetta sein. Die ungewöhnlich geformte Oberschale erfordert etwas Fingerspitzengefühl beim Einlegen der Klinge. Es wird empfohlen, die Klinge mit leichtem Druck auf die zwei Positionierungsstifte zu drücken, damit sie sauber in der Krümmung einrastet .
Die sandgestrahlte Oberfläche ist Geschmackssache. Während sie optisch sehr gut ankommt, berichten manche Nutzer von einem leichten, aber spürbaren "Widerstand" oder "Drag" auf der Haut . Das ist kein Schneideproblem, sondern ein haptisches Feedback der matten Oberfläche im Vergleich zu Hochglanz. Zudem ist Messing ein lebendiges Material. Da der Hobel unbeschichtet ist, wird er mit der Zeit eine natürliche Patina entwickeln und nachdunkeln. Wer den goldenen Glanz erhalten möchte, muss regelmäßig polieren .
Einige Stimmen im deutschen Forum der Rasur sehen den Bayonetta kritischer: Ein Nutzer fand ihn auf Dauer "etwas zu aggressiv" , während ein anderer mit dem leichteren Alu-Modell "Styletto" Probleme hatte, gründliche Ergebnisse zu erzielen – was aber auch an der individuellen Bartstruktur liegen kann . Dies zeigt: Der Bayonetta ist kein Alleskönner für Jeden, sondern ein charakterstarker Hobel für eine bestimmte Zielgruppe.
Unser Fazit: Für wen ist der Bayonetta geeignet?
Der Bayonetta von The Goodfellas Smile ist mehr als nur ein weiterer Messinghobel. Er ist ein durchdachtes Produkt mit einer eigenen Geometrie, das in Italien mit viel Liebe zum Detail gefertigt wird.
Du solltest zum Bayonetta greifen, wenn...
Du auf der Suche nach einem hochwertigen Messinghobel mit Charakter bist.
Du eine Rasur im mittleren Mildheit-Segment schätzt, die effizient, aber nicht bestrafend ist.
Du Wert auf eine exzellente Verarbeitung "Made in Italy" zu einem fairen Preis legst.
Du mit der natürlichen Patina-Bildung von Messing leben kannst oder sie sogar magst.
Du könntest Abstriche machen müssen, wenn...
Du einen extrem milden oder im Gegenteil einen hochaggressiven Hobel suchst.
Du Wert auf eine hochglanzpolierte, pflegeleichte Oberfläche legst.
Du sehr feines und dünnes Barthaar hast – hier könnten mildere Hobel die bessere Wahl sein .
Mit einem Preis von rund 45 Euro (zzgl. Versand) direkt beim Hersteller oder bei Händlern wie Rasoigoodfellas, (bei Rasori Razors für 44 Euro) bekommst du hier ein Stück italienischer Rasurkunst, das in der Lage ist, mit Hobeln der doppelten Preisklasse mitzuhalten . Ein Geheimtipp, der es verdient hat, entdeckt zu werden.
